Die Sanierung der Venloer Straße im Kölner Westen hat noch einmal deutlich gemacht, wie entscheidend der Unterbau für die Lebensdauer einer flexiblen Fahrbahn ist. Wenn unter der Asphaltschicht ein frostempfindlicher, schluffiger Auelehm ansteht, den der Rhein vor Jahrtausenden abgelagert hat, reicht eine Standardbemessung nach Erfahrungswerten nicht aus. Wir kombinieren die Anforderungen der RStO 12 mit den Ergebnissen aus CBR-Versuchen und Plattendruckversuchen, um einen belastungsgerechten Schichtenaufbau zu entwickeln. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen erfordert in Köln eine genaue Kenntnis der lokalen Tragfähigkeitsklassen, denn die Belastung durch den Schwerverkehr auf den Ringstraßen und Zubringern zur A 57 unterscheidet sich fundamental von der einer Wohnstraße in Rodenkirchen. Unser Team greift auf über zwei Jahrzehnte regionaler Erfahrung zurück, um den genau richtigen Asphaltaufbau für jede Bklasse zu dimensionieren.
Eine Fahrbahnbemessung ohne lokale Tragfähigkeitsprüfung ist in der Kölner Bucht reine Spekulation – der Auelehm verzeiht keine Fehler.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Köln ist eine Stadt, deren Verkehrsflächen seit der Römerzeit stetig wachsen – doch der Untergrund ist seit jeher ein Risikofaktor. Die historische Altstadt liegt auf einem hochliegenden Rheinschotterrücken, während die ausgedehnten Stadtteile im Westen und Norden auf jungen, setzungsempfindlichen Auelehmen und Hochflutablagerungen errichtet wurden. Eine unzureichende Bemessung flexibler Fahrbahnen führt hier rasch zu Spurrillen, Netzrissen und strukturellem Versagen, insbesondere auf Busspuren der KVB oder in Gewerbegebieten mit regelmäßigem Lkw-Verkehr. Die größte Gefahr geht von einer Unterschätzung der dynamischen Lastwechsel aus: Eine falsch eingestufte Bauklasse spart kurzfristig Asphaltdicke, verursacht aber innerhalb weniger Jahre eine Sanierung, die das Drei- bis Vierfache der ursprünglichen Ersparnis kostet. Ein nach RStO bemessenes Oberbausystem mit einer standsicheren Frostschutzschicht ist die einzige Versicherung gegen solche Folgeschäden.
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Geltende Normen
RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), ZTV Asphalt-StB 07/13, ZTV SoB-StB 20, DIN EN 13108 (Asphaltmischgut), TL Asphalt-StB 07
Zugehörige Fachleistungen
Tragfähigkeitsprüfung und Bauklassenbestimmung
Durchführung von statischen und dynamischen Plattendruckversuchen (Ev2/Evd) auf dem Planum und der Frostschutzschicht. Ermittlung des CBR-Wertes an ungebundenen Tragschichten, um den Verformungsmodul für die rechnerische Dimensionierung des Asphaltpakets zu validieren. Einstufung in die korrekte Bauklasse gemäß RStO 12.
Asphalttechnologische Beratung und Mischgutoptimierung
Erstellung der Erstprüfung für Asphaltmischgut nach TL Asphalt-StB. Bestimmung des Bindemittelgehalts, der Raumdichte und des Hohlraumgehalts an Marshall-Probekörpern. Rechnerische Dimensionierung des Gesamtaufbaus unter Berücksichtigung der lokalen Ermüdungs- und Steifigkeitsparameter.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welche Bauklasse benötigt eine Erschließungsstraße in einem Kölner Gewerbegebiet?
Die Einstufung erfolgt nach RStO 12 anhand der dimensionierungsrelevanten Beanspruchung B. Für Gewerbegebiete mit regelmäßigem Schwerverkehr wird in der Regel die Bauklasse Bk 10 oder Bk 32 angesetzt. Entscheidend ist die äquivalente 10-Tonnen-Achsübergangszahl, die wir aus Verkehrszählungen oder Prognosen ableiten. Eine Wohnstraße ohne Busverkehr fällt dagegen meist in Bk 1,8.
Reicht eine Standardasphaltdecke für Busspuren der KVB?
Nein. Bushaltestellen und Busspuren stellen aufgrund der stehenden Lasten und der hohen Spurführung eine besondere Beanspruchung dar. Hier ist eine erhöhte Standfestigkeit erforderlich, was meist durch eine dickere Binderschicht oder den Einsatz eines polymermodifizierten Bitumens (PmB) erreicht wird. Wir empfehlen, den Aufbau als Sonderfläche mit einer Bauklasse Bk 32 oder Bk 100 zu bemessen.
Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung einer flexiblen Fahrbahn rechnen?
Die Kosten für eine vollständige Bemessung flexibler Fahrbahnen – inklusive Tragfähigkeitsuntersuchungen, Laborprüfungen und Dimensionierungsbericht – liegen in Köln typischerweise zwischen 1.360 und 4.560 Euro. Der Preis variiert je nach Umfang der Feldversuche und Anzahl der zu prüfenden Asphaltvarianten.
Welchen Einfluss hat der Rhein-Hochwasserstand auf die Bemessung?
Der Grundwasserstand in den rheinnahen Stadtteilen wie Deutz oder Mülheim schwankt stark mit dem Rheinpegel. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen muss daher einen ausreichenden Abstand zwischen Frostschutzschicht und dem höchsten zu erwartenden Grundwasserstand (MHGW) sicherstellen. Ist dies nicht möglich, planen wir eine zusätzliche Dränschicht oder eine Verstärkung des Oberbaus ein, um kapillaren Aufstieg zu verhindern.
