Die hydraulische Spindelpresse ist angerückt, der 50-mm-Standard-Penetrationskolben liegt bereit. In Köln, auf den feinkörnigen Sedimenten des Rheins, entscheidet die erste Sondierung über die spätere Tunnelvortriebstechnik. Wir führen die SPT-Bohrung direkt im Gleisbereich oder auf der zukünftigen Trasse durch, um die Lagerungsdichte der quartären Kiese und die Konsistenz der schluffigen Deckschichten zu bestimmen. Die gewonnenen Proben werden unmittelbar in unserem akkreditierten Labor nach DIN EN ISO 17892 klassifiziert. Entscheidend ist hier die korrekte Ansprache der kalkhaltigen Rheinterrassen, die oft als tragfähig eingestuft werden, aber bei Wasserzutritt zu Ausspülungen neigen. Ergänzend setzen wir den CPT-Versuch ein, um ein lückenloses Widerstandsprofil zu erhalten, bevor ein einziges Messer der TVM den Boden berührt.
Die Analyse im Kölner Rheinschlick definiert den Grenzdruck an der Ortsbrust – nicht die Maschinenleistung.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
In Köln sehen wir immer wieder, dass die vermeintlich tragfähigen Rheinkiese durch alte, nicht dokumentierte Bachläufe oder Auskiesungen unterbrochen sind. Trifft die Tunnelbohrmaschine unerwartet auf eine solche Weichschicht, kann das Absacken der Ortsbrust innerhalb von Minuten eintreten. Ein weiteres Risiko sind die hydraulischen Gradienten zwischen den Terrassenkörpern. Wird der Porenwasserüberdruck nicht richtig über die Injektionen im Schirm abgebaut, kommt es zu Ausbläsern an der Geländeoberfläche, mitten im Stadtgebiet. Unsere geotechnische Analyse für Tunnel in weichem Boden modelliert diese Inhomogenitäten explizit. Wir legen die Erkundungspunkte so, dass sie die Ränder der Paläorinnen schneiden. Nur so lassen sich die Stützdruckreserven realitätsnah festlegen und Nachbrüche ausschließen, die in Kölns enger Bebauung fatale Folgen hätten.
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Geltende Normen
DIN EN 1997-1 (Eurocode 7): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 17892: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche, DIN 4093: Bemessung von Baugrundverbesserungen – Tiefenverdichtung und Injektionen, DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren
Zugehörige Fachleistungen
Baugrunderkundung für Schildvortriebe
Kombination aus Kernbohrungen, schwerer Rammsondierung und CPTu zur lückenlosen Stratigraphie. Bewertung der Abrasivität nach LCPC-Verfahren für die Schneidwerkzeuge.
Ortsbruststabilität und Setzungsprognose
FE-Modellierung mit PLAXIS auf Basis der Steifemoduln aus Labor- und Feldversuchen. Prognose der Senkungsmulde und Abschätzung der Gebäudeschädigung nach Burland.
Baugrundverbesserung und Schirminjektionen
Planung und Qualitätssicherung von DSV-Säulen oder Vergelungen im Lockergestein. Überwachung der Injektionsparameter in Echtzeit mit digitalem Bohrprotokoll.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welche Laborversuche sind für einen Tunnel im Kölner Rheinschlick zwingend erforderlich?
Mindestens die Klassifikation nach DIN EN ISO 17892 (Korngröße, Atterberg-Grenzen), ein Ödometerversuch zur Bestimmung der Steifemoduln und ein Triaxialversuch (CU oder CD) zur Ermittlung der effektiven Scherparameter. Bei kalkhaltigen Partien zusätzlich Glühverlust und Kalkgehaltbestimmung.
Ab welcher Tiefe ist im Kölner Stadtgebiet mit tragfähigen Kiesen für einen Tunnelquerschnitt zu rechnen?
Die Oberkante der Niederterrasse liegt sehr variabel zwischen 6 und 15 Metern unter GOK. Ein durchgängig tragfähiger Horizont ist oft erst ab 20 Metern sicher anzutreffen. Wir empfehlen daher mindestens 3 Sondierungen pro Trassenkilometer, um die Kiesoberkante zu interpolieren.
Wie hoch sind die Kosten für eine geotechnische Analyse eines Tunnels im Weichboden?
Die Kosten liegen je nach Umfang der Bohrungen, der CPT-Sondierungen und der erforderlichen Laborversuche zwischen 4.090 und 15.040 Euro. Der genaue Preis hängt von der Trassenlänge und der Anzahl der Erkundungspunkte ab.
Kann auf die aufwändige FE-Modellierung nicht verzichtet werden, wenn nur ein kurzer Abschnitt im Lockergestein liegt?
Nein, gerade kurze Abschnitte mit Wechsellagerungen sind kritisch. Die FE-Modellierung ist hier der einzige Weg, Spannungskonzentrationen und differentielle Setzungen an den Übergängen zwischen Fest- und Lockergestein zu quantifizieren.
