Kölns Baugrund ist ein Spiegel seiner Geschichte: Römische Fundamente, mittelalterliche Aufschüttungen und die mächtigen Sedimente des Rheins überlagern einander. Wer hier baut, steht auf einem komplexen Mix aus quartären Kiesen, Auelehm und anthropogenen Auffüllungen. Der Standard Penetration Test (SPT) liefert für diese heterogenen Verhältnisse die nötige Klarheit. Mit jeder SPT-Sondierung gewinnen wir eine direkte Aussage über die Lagerungsdichte der rolligen Schichten und die Konsistenz der bindigen Böden. In der Kölner Innenstadt, wo der Grundwasserspiegel oft schon bei zwei Metern ansteht, kombinieren wir die SPT-Bohrung mit einer in-situ-Durchlässigkeit, um die Versickerungsfähigkeit zu beurteilen. Die gewonnenen Bodenproben aus dem SPT-Gestänge ermöglichen gleichzeitig eine erste Ansprache der Korngrößenverteilung, die wir später im Labor durch eine Korngrößenanalyse verifizieren. So entsteht ein belastbares Bild des Untergrunds – von der Schichtenfolge bis zur Tragfähigkeit.
Die Schlagzahl des SPT ist in Kölns heterogenem Baugrund der direkteste Indikator für die Tragfähigkeit – keine Korrelation aus dem Lehrbuch ersetzt den lokalen Messwert.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Viele Kölner Baugrundgutachten stützen sich auf schwere Rammsondierungen (DPH), doch in den locker gelagerten Sandlinsen der Niederterrasse liefert erst der SPT eine wirklich repräsentative Probe. Ein typischer Fall aus der Praxis: Ein Mehrfamilienhaus in Mülheim, geplant auf einer vermeintlich tragfähigen Kiesschicht. Die DPH zeigte ausreichende Schlagzahlen, doch die SPT-Probe förderte feinsandige Schlufflinsen zutage, die bei Wasserzutritt zur Verflüssigung neigen. Die Folge wäre eine unzureichende Bettung gewesen. Durch die Umplanung auf eine elastisch gebettete Bodenplatte mit Bodenplatten-Berechnung nach Bettungsmodulverfahren konnte das Projekt ohne Mehrkosten gesichert werden. Gerade in der Erdbebenzone 1, in der Köln liegt, ist die Kenntnis der tatsächlichen Lagerungsdichte für den Nachweis gegen Verflüssigung unverzichtbar. Der SPT ist hier die Referenzmethode, um das zyklische Verhalten des Bodens zu bewerten.
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Geltende Normen
DIN EN ISO 22476-3:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – SPT, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) – Ergänzende Regelungen zur SPT-Auswertung, DIN 1054 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau
Zugehörige Fachleistungen
SPT-Bohrung mit Laboranalyse
Kombination aus SPT-Feldversuch und Bestimmung der Korngrößenverteilung sowie Atterberg-Grenzen im Labor. Sie erhalten einen vollständigen Datensatz für die Bemessung von Einzel- und Streifenfundamenten.
Gründungsberatung nach EC 7
Auf Basis der SPT-Ergebnisse ermitteln wir Steifemoduln, Reibungswinkel und Kohäsion und führen die Setzungsberechnung sowie den Grundbruchnachweis für Ihr konkretes Bauvorhaben.
Baugrundrisiko-Analyse
Bewertung der SPT-Daten hinsichtlich Setzungsdifferenzen, Verflüssigungspotenzial und Tragfähigkeitsschwankungen – speziell für die heterogenen Auffüllungsböden im Kölner Stadtgebiet.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine SPT-Sondierung in Köln pro Bohrmeter?
Wir erstellen Ihnen ein Festpreisangebot nach VOB, das alle Nebenleistungen wie Baustelleneinrichtung und Anfahrt einschließt.
Warum benötige ich einen SPT, wenn bereits eine Rammsondierung vorliegt?
Die Rammsondierung (DPH) liefert nur einen Widerstandswert, aber keine Bodenprobe. Der SPT fördert eine gestörte Probe zutage, an der wir die Bodenart direkt ansprechen und im Labor die Korngrößenverteilung bestimmen können. Gerade in Köln mit seinen Trümmerschutt-Auffüllungen ist diese Unterscheidung zwischen 'Widerstand' und 'Tragfähigkeit des Materials' entscheidend.
Wie tief müssen die SPT-Bohrungen für ein Einfamilienhaus in Köln sein?
Für ein typisches Einfamilienhaus in Köln reichen SPT-Bohrungen bis in eine Tiefe von 6 bis 8 Metern unter der geplanten Gründungssohle. In Bereichen mit mächtigen Auffüllungen, etwa in Teilen von Ehrenfeld oder Nippes, kann eine Tiefe von 10 bis 12 Metern erforderlich sein, um die tragfähigen Rheinkiese sicher zu erreichen.
Können Sie die SPT-Ergebnisse direkt in Setzungsberechnungen umsetzen?
Ja, das ist unser Standard. Wir überführen die SPT-Schlagzahlen über anerkannte Korrelationen in Steifemoduln und Reibungswinkel und führen damit die Setzungsberechnung nach DIN 4019 durch. Sie erhalten von uns einen prüffähigen Bericht, den der Tragwerksplaner direkt für die Fundamentbemessung verwenden kann.
