Wenn der schwere Stampfer im Kölner Labor auf das Stahlgehäuse des Proctor-Topfes trifft, spürt man die Wucht von 4,5 Kilogramm, die aus exakt 45 Zentimetern Höhe fällt. Genau so schreibt es die DIN 18127 vor – und genau so führen wir den Versuch durch, Schlag für Schlag, in drei Lagen zu je 25 Schlägen beim Standard-Proctor. In Köln, wo der Dom auf eiszeitlichen Terrassenschottern steht und die Neubaugebiete im Rechtsrheinischen oft auf Auelehm liegen, entscheidet die Verdichtung über Setzungsfreiheit. Unser Labor im Raum Köln arbeitet mit gesiebtem Material aus der jeweiligen Baugrube, denn der optimale Wassergehalt und die Trockendichte sind keine theoretischen Größen, sondern hängen direkt vom anstehenden Boden ab. Ob der kiesige Sand aus Rodenkirchen oder der Lösslehm aus dem Westen der Stadt stammt, jede Probe durchläuft den gleichen strengen Zyklus, bevor wir die Proctorkurve zeichnen. Ergänzend zur Proctor-Prüfung setzen wir im Feld oft den Sandkegel-Versuch ein, um den vor Ort erreichten Verdichtungsgrad direkt mit der Laborreferenz abzugleichen.
Die Proctorkurve ist der Fingerabdruck des Bodens: Zwei Prozent zu viel Wasser, und die Verdichtung bricht ein.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die DIN 18127 ist in Köln kein Papiertiger – die Baugrundverhältnisse mit dem Wechsel von durchlässigen Terrassenschottern zu setzungsempfindlichem Auelehm machen eine falsche Proctorkurve sofort sichtbar. Wird auf der Baustelle mit dem falschen Bezugswert verdichtet, entstehen entweder weiche Zonen mit unzureichender Tragfähigkeit oder das Material wird überverdichtet und schert beim nächsten Regen oberflächlich auf. Besonders kritisch ist das bei Flachgründungen in den ehemaligen Überschwemmungsgebieten der Rheinauen: Hier liegt der Grundwasserflurabstand oft unter drei Metern, und ein unzureichend verdichteter Dammkörper wird bei Hochwasser durchströmt und verliert seine Standfestigkeit. Auch der Frostwiderstand von Tragschichten im Straßenbau, ein Dauerbrenner auf Kölns Brücken und Zubringern, hängt direkt vom Luftporenanteil und damit vom korrekt ermittelten Verdichtungsoptimum ab. Ein fehlerhafter Proctor-Versuch kann hier zu Frosthebungen von mehreren Zentimetern führen, bevor der erste Winter vorbei ist.
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Geltende Normen
DIN 18127:2012 – Proctorversuch, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN EN 13286-2 – Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische – Teil 2: Laborprüfverfahren, TP BF-StB Teil B 8.3 – Technische Prüfvorschriften für Boden und Fels im Straßenbau
Zugehörige Fachleistungen
Proctor-Versuch (Standard) nach DIN 18127
Bestimmung der Trockendichte und des optimalen Wassergehalts an fein- und gemischtkörnigen Böden mit maximal 20 mm Größtkorn. 3 Lagen, 25 Schläge je Lage. Geeignet für Erdbaustoffe im Dammbau und Rohrleitungsgraben.
Proctor-Versuch (Modifiziert) nach DIN 18127
Schwerer Verdichtungsversuch mit 15-kg-Stampfplatte und 60 cm Fallhöhe in fünf Lagen. Für Tragschichten mit hohem Grobkornanteil, Schottergemische und Anforderungen >100% einfacher Proctordichte, z.B. unter Industrieböden in Köln-Niehl.
Verdichtungsgradkontrolle und Feldbezug
Kombination des Labor-Proctorversuchs mit Felddichtemessungen mittels Sandkegel oder dynamischem Plattendruckgerät. Wir bewerten den erreichten Verdichtungsgrad DPr und dokumentieren den Einbauwassergehalt direkt auf der Baustelle.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Wann brauche ich in Köln den Standard- und wann den Modifizierten Proctor-Versuch?
Der Standard-Proctor reicht für normale Erdbaustoffe mit Größtkorn unter 20 mm, etwa Aushubmaterial für Verfüllungen. Sobald Sie Tragschichten mit hohem Grobkornanteil einbauen oder Verdichtungsgrade über 100% der einfachen Proctordichte fordern – typisch für Straßenoberbau oder hochbelastete Fundamente – müssen Sie den Modifizierten Proctor mit der 15-kg-Stampfplatte ansetzen. Wir beraten Sie nach der ersten Siebanalyse, welcher Versuch der wirtschaftlich und technisch richtige ist.
Was kostet ein Proctor-Versuch in Köln?
Der Standardversuch ist am günstigsten, der Modifizierte mit Überkornkorrektur und mehreren Wassergehaltsstufen liegt am oberen Ende. Wir erstellen Ihnen ein Festpreisangebot, sobald wir die Körnungslinie kennen.
Wie viele Proben brauche ich für einen aussagekräftigen Proctor-Versuch?
Pro Materialwechsel brauchen Sie eine eigene Proctorkurve. In Köln bedeutet das oft schon nach 50 Metern im Leitungsgraben eine neue Probe, weil der Boden von Kies auf Auelehm wechselt. Wir empfehlen mindestens 4 bis 5 Punkte je Kurve, um den Scheitel sauber zu erfassen. Bei heterogenem Material sind Wiederholungsversuche sinnvoll.
Wie lange dauert die Durchführung und Auswertung?
Ein Proctor-Versuch mit 5 Wassergehaltsstufen nimmt inklusive Ofentrocknung etwa 2 Arbeitstage in Anspruch. Wenn Sie es eilig haben, sprechen Sie uns an – mit Voranmeldung und paralleler Trocknung können wir Ergebnisse oft innerhalb von 24 Stunden liefern. Die Kurve und der Prüfbericht gehen per E-Mail an die Bauleitung.
