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Schürfgruben in Köln: Bodenaufschluss nach DIN EN ISO 22475

Die Baugrunderkundung in Köln folgt den Vorgaben der DIN EN ISO 22475-1 und der DIN 4020, und eine Schürfgrube bleibt der direkteste Weg, um den Schichtenaufbau unter der Geländeoberfläche zu verstehen. Gerade im Kölner Stadtgebiet, wo Auenlehme, Terrassensande und Kiese des quartären Rheins in teils geringer Tiefe wechseln, liefert der offene Aufschluss Erkenntnisse, die eine reine Bohrung nicht bringen kann. Der Gutachter sieht das Gefüge, erkennt Schichtgrenzen und kann Materialstörungen ansprechen, die bei indirekten Verfahren verborgen bleiben. Für Bauherren bedeutet das: weniger Interpretationsspielraum im Bodengutachten und damit eine sicherere Kalkulation der Gründungskosten. In Projekten mit beengten innerstädtischen Platzverhältnissen, etwa in der Neustadt oder Lindenthal, kann die Schürfgrube gezielt mit einem CPT-Versuch ergänzt werden, wenn die Tiefenlage der tragfähigen Terrassenkiese genauer bestimmt werden muss. Der vor-Ort-Befund ist durch nichts zu ersetzen, und genau das macht die Schürfgrube zu einem unverzichtbaren Werkzeug der Kölner Baugrundpraxis.

Eine 3 m tiefe Schürfgrube in Köln-Rodenkirchen offenbart oft mehr über die Tragfähigkeit des Rheinschotters als zehn Baggerschürfe ohne fachgerechte Dokumentation.

Methodik und Umfang

Kölns Höhenlage bewegt sich zwischen etwa 37 m ü. NHN im Norden und fast 120 m ü. NHN am Rand des Bergischen Landes – ein Gefälle, das sich unmittelbar auf die Mächtigkeit der quartären Lockersedimente auswirkt. Eine Schürfgrube von 2 bis 4 m Tiefe reicht hier oft aus, um den Übergang vom Hochflutlehm zum darunter anstehenden Terrassenkies freizulegen. Die Probenahme erfolgt nach DIN EN ISO 22475-1 direkt aus der Grubenwand: gestört für Klassifikationsversuche, ungestört in Ausstechzylindern für die Bestimmung der Lagerungsdichte. Anschließend werden im Labor die Korngrößenanalyse und die Atterberg-Grenzen bestimmt, um die Bodengruppe nach DIN 18196 festzulegen. In den östlichen Stadtteilen wie Kalk oder Mülheim trifft man zudem auf anthropogene Auffüllungen aus der Industriegeschichte – hier dokumentiert die Grubenwand Trümmerschutt, Schlacken oder alte Fundamentreste. Die Schürfgrube ist damit nicht nur Aufschluss-, sondern auch Beweissicherungsverfahren für kontaminierte Horizonte.
Schürfgruben in Köln: Bodenaufschluss nach DIN EN ISO 22475

Lokale Besonderheiten

Die Baugrundverhältnisse in Köln unterscheiden sich massiv zwischen der linksrheinischen Innenstadt und einem rechtsrheinischen Veedel wie Dellbrück. Während man in der Altstadt unterhalb des Auenlehms oft schon bei 2,5 m auf kompakte Rheinkiese stößt, dominieren in Dellbrück die verwitterten Sande und Tone des Bergischen Hügellands. Eine zu flach angesetzte Schürfgrube täuscht hier schnell homogene Verhältnisse vor, wo in Wirklichkeit ein kleinteiliger Wechsel aus steifen und weichen Lagen den Baugrund prägt. Das größte Risiko entsteht, wenn die Grube nicht tief genug reicht, um tragfähigen Untergrund nachzuweisen, und das Bodengutachten auf Annahmen beruht, die später Setzungsdifferenzen im Rohbau verursachen. Bei Hanglagen oder Terrassenkanten kommt die Gefahr von Schichtwasser hinzu, das in die Grube drückt und die Standsicherheit der Wandung gefährdet. Hier ist der fachgerechte Verbau oder eine angepasste Böschung nach DGUV Vorschrift 38 kein Optional, sondern Voraussetzung für die Arbeitssicherheit und eine aussagekräftige Dokumentation.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22475-1:2019, DIN 4020:2021, DIN 18196, DIN EN ISO 14688-1/2, DGUV Regel 101-604

Zugehörige Fachleistungen

01

Baugrundaufschluss nach DIN 4020

Maschineller oder manueller Aufschluss mit lagegenauer Einmessung, Schichtenaufnahme nach DIN EN ISO 14688 und Entnahme von gestörten sowie ungestörten Bodenproben direkt aus der Grubenwand.

02

Beweissicherung und Schadstofferkundung

Horizontierte Beprobung verdächtiger Auffüllungsschichten in Kölner Altlastverdachtsflächen mit sensorischer Ansprache und Probenvorbereitung für chemische Analytik im akkreditierten Labor.

03

Gründungsberatung mit Grubenbefund

Verknüpfung der Schürfgruben-Dokumentation mit ergänzenden Sondierungen und Laborversuchen zu einem ganzheitlichen Baugrundgutachten, das die zulässige Sohlspannung für das konkrete Bauvorhaben benennt.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Aufschlusstiefe Standard2,0 – 4,0 m u. GOK
Grubenquerschnitt1,2 m x 1,5 m (nach DIN 4020)
Probenentnahme gestörtSchaufelproben, Schlitzproben
Probenentnahme ungestörtAusstechzylinder 100 ml
DokumentationDIN EN ISO 14688-1/2
Arbeitsraumbreite≥ 0,6 m (DGUV Regel 101-604)
Böschungswinkel≤ 45° (Rolligkeit), ≤ 60° (Bindigkeit)

Häufige Fragen

Was kostet eine Schürfgrube in Köln?

Manuelle Schürfe in beengten Hinterhöfen liegen am oberen Rand. Eine genaue Kalkulation erstellen wir nach Ortsbesichtigung.

Wie tief muss eine Schürfgrube in der Kölner Rheinebene sein?

In der Regel reichen 3 bis 4 m, um den Übergang vom Auenlehm zum Terrassenkies sicher zu erfassen. Bei hochliegendem Grundwasser, etwa in Rheinnähe, kann die Tiefe durch Wasserzutritt begrenzt sein. Entscheidend ist, dass die Gründungssohle des geplanten Bauwerks und eine darunterliegende Spannungseinflusstiefe aufgeschlossen werden.

Welche Normen gelten für die Dokumentation einer Schürfgrube?

Die Probenentnahme folgt DIN EN ISO 22475-1:2019, die Bodenansprache DIN EN ISO 14688-1 und -2. Das Baugrundgutachten selbst richtet sich nach DIN 4020:2021. Für die Arbeitssicherheit im offenen Aufschluss ist die DGUV Regel 101-604 (Bauarbeiten) maßgebend.

Ab wann ist eine Schürfgrube sinnvoller als eine Bohrung?

Immer dann, wenn das Gefüge des Bodens und die Schichtgrenzen im Detail beurteilt werden müssen – etwa bei Wechsellagerungen, Verdacht auf Auffüllungen oder für die Entnahme großvolumiger ungestörter Proben. In Köln mit seinen teils sehr heterogenen quartären Sedimenten ist die Schürfgrube oft das wirtschaftlichere Verfahren, um einen repräsentativen Aufschluss zu erhalten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Cologne und seinem Großraum.

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